Heute ist trübes Wetter und meine Füsse könnten eigentlich eine Pause vertragen, aber ich möchte gerne noch bis Riva, denn morgen soll es regnen. Dann kann ich mir Riva ein bisschen anschauen.
Ausserdem muss ich wahrscheinlich nochmals kurz nach Hause und das ist auch von Riva aus noch kompliziert genug….

Zuerst muss ich wieder 2km zurück auf meine Route, das heisst die ohnehin schon 7-stündige Tour wird noch eine halbe Stunde länger. Soviel zur Pause meiner Füsse 😉 ich werde sie vertrösten müssen.

Zurück auf der Route, wandere ich in ein Seitental hinein und dann geht’s steil bergauf, alles im Wald. Ab und zu gibt es hohe Tritte, weil die Erde unterhalb der Baumwurzeln ausgewaschen ist, manchmal mehr als Kniehoch.

Es gibt nicht soviel zu sehen heute, die Bäume geben die Sicht nicht frei und auch am Boden gibt es nicnt viel Interessantes. Es hat kaum Unterholz, nur eine dicke Laubschicht. Ich brauche drei Stunden bis zum Pass Bocca di Trat und ich schwitze wie verrückt, es ist steil, die Luftfeuchtigkeit hoch und ich bin in einem engen Taleinschnitt, wo sich kein Lüftchen regt. Die Fussgelenke tun mir ein bisschen weh, morgen ist definitiv eine Pause angesagt!

Erst oben auf dem Pass gibt es freie Sicht, aber es ist windig hier und ich bin nassgeschwitzt, drum bleibe ich nicht lange. Meine kleine Pause verschiebe ich und tauche auf der anderen Seite gleich wieder in den Wald ein.

Es geht steil und steinig hinunter. Manchmal bin ich nicht sicher, ob einfach die Gegend so steinig ist, oder ob das alte gepflasterte Wege waren, denen Wind und Wetter zugesetzt haben. Alles ist voller loser Steine in allen Grössen.

So geht es lange hinunter bis zu einer grossen Lichtung, die auf einer Geländeterasse liegt. Von da aus folgt meine Route der Strasse, während der markierte Wanderweg in einem Taleinschnitt hinunter geht. Ich entscheide mich, dem markierten Wanderweg zu folgen, der leider immer noch steil und steinig ist. Das Strässchen wäre einfacher gewesen und, was ich erst kapiert habe, als ich schon fast in Campi unten war, es hat einen Grund, dass ich die Route auf der Strasse geplant habe. Man kommt da nämlich an einer archäologischen Ausgrabungsstätte vorbei.

Also gehe ich nun wieder ein Stück aufwärts und mache so einen Umweg, statt eine Abkürzung und noch ein paar Höhenmeter dazu (und natürlich nicht nur aufwärts….)
Der Ausgrabungsort Monte San Martino liegt auf einer Geländenase mit schöner Aussicht auf die Rivaebene und ins Albolatal.Man vermutet, dass dieser Ort im späten Eisenzeitalter eine rituelle Stätte war. Die Römer bauten dann da ein grosses Heiligtum, das hier vom 1. Jahrhundert vor bis zum 3. Jahrhundert nach Christus bestand.
Vom 4. – 6.Jahrhundert war es wahrscheinlich eine milItärische Anlage und viel später wurde dann auch mal noch eine Kirche gebaut, die bis etwa 1750 erwähnt ist.

Ein interessanter und etwas mystischer Ort an strategisch wichtiger Lage, finden sich hier doch wichtige alte Routen, Nord – Süd und Ost – West.

Nachher wandere ich nach Campi hinunter und dann geht es eine Weile am Hang ohne wesentliche Steigungen auf einer alten Strasse Richtung Südosten.Dann folgt eine lange, stehr steile betonierte Strasse hinunter Richtung Riva. Ab und zu erhascht man einen Blick auf die Stadt und die Ebene oder den See. Am Ende mache ich noch einen kleinen Abstecher zur Bastion, von wo man einen wunderschönen Blick auf die Dächer der Altstadt und den See hat. Zum Glück ist es von hier aus nicht mehr so steil.

 

 

Das hat jetzt wirklich gereicht heute. Ich bin fast 1700m hinuntergelaufen! Hinauf macht mir nichts, wenn man ausser Puste kommt, geht man einfach langsamer, aber hinunter ist der Killer, vor allem mit diesen Geröllwegen, aber auch diese betonierten Strassen sind schlimm und die Belastung für Füsse und Beine gross.

Es ist schon ein bisschen dämmerig bei der Ankunft in Riva. Es ist ja wieder Winterzeit, früh dunkel und ich muss früher aufstehen 😉

28. Okt. 2019 Lenzumo – Riva del Garda

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