Heute wandere ich etwa drei Stunden bis zum Pass Bocca dell’Ussol hinauf. Zuerst geht’s auf einer kleinen asphaltierten Strasse durch den Wald, später wird das Gelände offener mit vielen Lichtungen bis zur Alp Gavardina. Es ist ein schöner Aufstieg.

Obwohl ich gestern, trotz kurzer Wanderung, sehr müde gewesen und beim Nachtessen fast eingeschlafen und wieder früh erwacht bin, fühle ich mich richtig gut. Der Rucksack fühlt sich leichter an und ich gehe locker und leicht den Berg hinauf. Es ist enorm, wieviel die Tagesform ausmacht.

Nach der Alp ist es nur noch ein Wiesenweg und geht im Zickzack aufwärts zum Pass. Am Ende ist es steil und hat hohe Tritte. Schnaufend komme ich oben an. Die Aussicht ist grandios. Hinten sieht man ein paar Schneegipfel und vorne verlieren sich die Bergketten im blauen Dunst.

Man sieht bis ins Tal hinunter nach Lenzumo

Nun geht’s zuerst steil runter und zwar auf rutschigem Geröll. Das, was ich am allerwenigsten mag. Bei jedem Schritt rutsche ich ein wenig und komme nur langsam vorwärts. Nachher wird es zum Glück besser und ich komme in den Wald. Bei einer Verzweigung finde ich einen schönen Platz für meine Mittagspause. Heute begegnen mir Ausnahmsweise immer mal wieder Leute oder wir überholen uns gegenseitig. Es ist Sonntag, das merkt man.

Eine Apfelbirne oder ein Birnapfel? Haut und Fruchtfleisch von einer Birne, Form eines Apfels und der Geschmack die perfekte Mischung.

Nach dem Mittag führt der Weg durch den Wald zu einer Alp hinunter, nicht mehr so steil und steinig, sondern angenehm weich. Da liegen, mitten auf dem Wanderweg, zwei Schönheiten im Bikini, vermutlich Mutter und Tochter. Ich sehe schon, ich kann noch dazulernen. Ins Wandergepäck gehört ein Bikini!

Nachher wird der Weg wieder richtig steil und er ist voller Steine und Geröll. Ricntig mühsam zum Laufen. Ganz schlimm ist es dort, wo viel Laub liegt, denn da weiss man nie, was sich darunter verbirgt. Dafür tanzt ein wilder Bach neben dem Weg, einfach schön!

Schliesslich komme ich zum Rifugio Al Faggio, wo ich eigentlich übernachten wollte. Die signora hat mir gesagt, es sei geschlossen heute. Im Moment ist es allerdings offen und voller Leute. Auch auf dem Parkplatz stehen viele Autos.

Da ich auch in Pastoria nichts gefunden habe, muss ich bis Lenzumo, wo ich in einem Ökohotel bin. Es ist rel. teuer, dafür alles öko und es gibt Sauna und türkisches Dampfbad. Das gönne ich mir. Morgen geht’s 7 Stunden bis nach Riva del Garda.

27. Okt. 2019 Breguzzo – Lenzumo

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